Swap-Geschäfte

Swap-Geschäfte in Drolshagen: 900 000 Euro weg-geswapt!

 Wie der Bürgermeister kürzlich den Stadtverordneten mitteilte, wurden aus einem kritischen Swap-Spekulationsgeschäft, das damals bei namentlicher Abstimmung gegen die Stimmen der UCW abgeschlossen wurde, ein „negativer Marktwert von 900 000 €“ realisiert. Dies ist eine euphemistische Umschreibung für realisierte Zocker-Verluste. Bis zum 28.02. mussten schon 34 000 € bezahlt werden. Die Restzahlungssumme ist – wieder gegen die Stimmen der UCW – in einem neuen Swap-Geschäft versteckt worden! Der Deal mit der Bank, um die Restschuld von ca. 866 000  € nicht kurzfristig hinblättern zu müssen, war folgender:

Die Bank kreditiert jetzt kurzfristig fällige alte Schulden über 5 Mio. € neu; hier ist dann neben dem marktüblichen Zins ein Zuschlag von 1,5% jährlich als Ablösung der jetzt realisierten Swap-Verluste zu zahlen bei einer Laufzeit von rund 32 Jahren (!), also aufsteigend bis ca. 75 000 € pro Jahr. Die Monopoly-Verluste sind also auf die nächste Generation abgewälzt worden. Aber auf Schuldenbergen werden unsere Kinder und Enkel nicht spielen können!

In der Stadtverordnetenversammlung vom 14.12.2010 wurde der Beschlussvorschlag für das neue Swap-Geschäft abgelehnt. Daraufhin setzte der Bürgermeister den gleichen Beschluss als Vorschlag noch einmal auf die Tagesordnung jetzt vom 24.02.2011, nachdem er die Reihen seiner CDU wieder geschlossen hatte! Es wird in Drolshagen also so lange abgestimmt, bis es Verwaltung und CDU passt. Hier geht es offensichtlich zu wie am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV, dessen Karriere bekanntlich in Frankreichs Staatsbankrott endete.

Karl R. Fölting

UCW-Fraktionsvorsitzender

 

Leserbrief an die Westfalenpost

zu den Artikeln vom 23.02., 25.02. und 26.02.2011